Weiterentwicklung der Organisation Schule

Voraussetzung  für eine nachhaltige Gesundheitsförderung ist ein strategisch-systematisches Vorgehen, das Hand in Hand mit Schulentwicklung und den bestehenden Qualitätsmanagementsystemen (QIBB, SQA) geht und  in die Kernprozesse der Schulen, das Lehren und das Lernen, integriert wird.

Maßnahmen, die in diesem Bereich gesetzt werden, bedienen in erster Linie:

QIBB – QualitätsInitiative BerufsBildung

QIBB, die QualitätsInitiative BerufsBildung, ist seit 2004 die Strategie der Sektion Berufsbildendes Schulwesen, Erwachsenenbildung und Schulsport des BMBF zur Einführung eines Qualitätsmanagementsystems im österreichischen berufsbildenden Schulwesen.

Ziele
Ziel von QIBB ist die Verankerung von systematischem Qualitätsmanagement (QM) zur Sicherung und Weiterentwicklung der Schul- und Unterrichtsqualität und der Qualität der Verwaltungsleistungen auf den Steuerungsebenen Bund, Land und Schule. Mit QIBB soll das eigenverantwortliche und professionelle Handeln der Akteur/innen auf jeder Systemebene unterstützt und forciert werden. Die in QIBB angebotenen QM-Instrumente sollen dabei helfen, die Prozess- und Ergebnisqualität systematisch zu beobachten, zu evaluieren und zu reflektieren, damit Maßnahmen begründet gesetzt werden können.

Bezug zur “Gesunden Schule”
Die Qualität einer Bildungsorganisation bemisst sich auch daran, wie weit sie in der Lage ist, für die Gesundheit der Schüler/innen, Studierenden, Lehrkräfte, Mitarbeiter/innen und Führungskräfte zu sorgen. Gesundheitsförderung ist ein Aufgabenfeld im Rahmen des QM. QM-Instrumente unterstützen zudem die professionelle Planung, Umsetzung, Evaluierung und Weiterentwicklung von gesundheitsfördernden Maßnahmen. Indem QM die Professionalisierung der Arbeit und Abläufe insgesamt unterstützt und zum Ziel hat, kann es – als organisationsbezogener “Hygienefaktor” – selbst gesundheitsfördernde Wirkung haben. Gesundheitsförderung ist in der QIBB Qualitätszielematrix verankert.

Umsetzung von QIBB
QIBB umfasst alle berufsbildenden Schularten und die QM-Systeme dieser Schularten:

  • die Berufsschulen (ÖBS) und “Q-ÖBS”,
  • die technischen, gewerblichen und kunstgewerblichen Schulen (HTL) und “HTL Q-SYS”,
  • die kaufmännischen Schulen (HAK und HAS) und “HAK Q-SYS”,
  • die humanberuflichen Schulen (HUM) und “Q-HUM”,
  • die höheren land- und forstwirtschaftlichen Schulen (HLFS) und “Q-HLFS” sowie
  • die Bildungsanstalten für Kindergartenpädagogik und die Bildungsanstalten für Sozialpädagogik (BA) und “QBA”.

Qualitätssicherung- und -entwicklung erfolgen in QIBB als zielegeleiteter Prozess kontinuierlicher Verbesserung nach dem Modell des vier-phasigen Qualitätsregelkreises nach Deming (Plan – Do – Check – Act). Durch den Einsatz spezifischer QM-Instrumente sowie die Vereinbarung von bundesweiten Qualitätsschwerpunkten (z.B. Transparente Leistungsbeurteilung, Individualisierung des Unterrichts etc.) wird der Prozess gesteuert, unterstützt und strukturiert.

In QIBB wird mit den folgenden QM-Instrumenten gearbeitet:

  • Leitbild
  • Qualitätszielematrix
  • Definition von Schlüsselprozessen
  • Arbeits-/Schulprogramm inkl. Entwicklungs- und Umsetzungsplan
  • Zielvereinbarungsgespräch
  • Evaluation: Individualfeedback, Systemfeedback, Peer Review in QIBB
  • Qualitätsbericht: Schul-, Landes- und Bundesqualitätsberichte
  • Personalentwicklung: Fort- und Weiterbildung für Führungskräfte, Lehrer/innen und Mitarbeiter/innen

Die Website www.qibb.at stellt QIBB vor und bietet Informationen zum Qualitätsmanagementsystem des österreichischen berufsbildenden Schulwesens.

Im Rahmen des Projekts “Gesunde Schule” wurden Qualitätsstandards zur Verankerung einer nachhaltigen und qualitätsgesicherten Gesundheitsförderung an Schulen entwickelt. Die Qualitätsstandards für die “Gesunde Schule” (Version 11.11.2008) wurden in die QIBB Qualitätszielematrix aufgenommen: Qualitätsstandards (PDF)

Neue Mittelschule (NMS)

Der angestrebte Systemwandel in der Sekundarstufe I  (eine gemeinsame Schule für alle 10 – 14jährigen) wird schon seit Jahrzehnten diskutiert:

  • Die Schullaufbahnentscheidung mit 9 ½ Jahren ist viel zu früh und führt dazu, dass viele Potenziale von Schülerinnen und Schülern nicht optimal entwickelt werden.
  • Der Strukturwandel in der Mittelstufe muss auch von einer Qualitätsoffensive begleitet sein:
    Ziel ist eine moderne Leistungsschule mit einer neuen Lernkultur.

Zentrale Elemente dieser neuen Lernkultur sind:
Individualisierung/Personalisierung, Verantwortung der Lehrer für die Schüler/innen, Verantwortung der Schüler/innen für den eigenen Lernprozess, Hoher Qualitäts- & Leistungsanspruch, Integration zentraler pädagogischer Ansprüche in die NMS-Entwicklungsarbeit: Inklusion, Gendersensibilität, Kunst-& Kulturarbeit, e-Learning, Kompetenzorientierung…

Bezug zur Gesundheitsförderung: Der umfassende Lernbegriff schließt alle Dimensionen des Lernens mit ein und schafft im Sinne der Unterrichtsprinzipien eine Synthese von Wissen, Können und Bereitschaft zu verantwortungsvollem Handeln. Individualisierung und soziales Lernen sollen in einem positiven Lernklima optimal realisiert werden und damit auch die Gesundheit der am Lernprozess beteiligten SchülerInnen und Lehrpersonen günstig beeinflussen.

Aktion: Qualität in der schulischen Tagesbetreuung

Schulen, die im gesetzlichen Sinn Tagesbetreuung anbieten, haben hierbei Gelegenheit, die Tagesbetreuung am jeweiligen Standort zu reflektieren und einer freiwilligen Qualitätskontrolle zu unterziehen. Mit dieser Aktion werden zwei Hauptziele verfolgt:

  1. Die mit einem Qualitätsgütesiegel ausgestatteten Schulen dienen als Kompetenzzentren und als good-practice-Beispiele für qualitativ hochwertige Tagesbetreuung, auch über die jeweilige Gemeinde- und Landesgrenze hinaus.
  2. Mit dieser Aktion werden Modelle für Veränderungen, die Sinnhaftigkeit von Weiterentwicklungen und viele initiative Fortschritte im Bereich der schulischen Tagesbetreuung aufgezeigt.

Um diese Ziele zu erreichen, wurde ein umfangreicher Kriterienkatalog (PDF, 3 MB) ausgearbeitet, der auf den Empfehlungen für gelungene schulische Tagesbetreuung (PDF, 5 MB) beruht.

Qualitätsbereich I: Schulische Tagesbetreuung ist Teil des schulischen Alltags.
Qualitätsbereich II: Schulische Tagesbetreuung ist Förderung im Bereich der Freizeit.
Qualitätsbereich III: Schulische Tagesbetreuung ist Förderung im Bereich der Lernzeit.
Qualitätsbereich IV: Schulische Tagesbetreuung heißt miteinander reden.
Qualitätsbereich V: Schulische Tagesbetreuung bietet kindgerechte Verpflegung.

Diese Überschriften werden einerseits von Thesen untermauert, andererseits durch good-practice-Beispiele illustriert. Die Auflistung der Beispiele ist natürlich nicht vollständig, sie soll eher als Impuls und Anregung für Projekte an der jeweiligen Schule wirken.

Letztendlich muss jeder der fünf Qualitätsbereiche zu einem überwiegenden Teil erfüllt sein – eine hohe Latte, wie sich bei der Auswertung des Jahres 2008 herausstellte. Ein Kompetenzzentrum muss jedoch in allen Bereichen mehr als überdurchschnittlich sein!

Schulen, die bereits vor zwei Jahren das Gütesiegel erhalten haben, müssen, um eine Verlängerung für weitere zwei Jahre zu erhalten, sich wiederum dem Zertifizierungsverfahren stellen.

Vor allem die Q-Bereiche II („Schulische Tagesbetreuung ist Förderung im Bereich der Freizeit“) und V („Schulische Tagesbetreuung bietet kindgerechte Verpflegung“) enthalten starke Bezüge zu gesundheitsfördernden Maßnahmen (zB. Bewegung im Freizeitbereich, gesunde Ernährung im Bereich des Mittagessens).

Links, Dokumente, etc.:
www.bmb.gv.at/tagesbetreuung