Physische Gesundheit

Maßnahmen physischer Gesundheitsförderung betreffen insbesondere die Bereiche Ernährung, Bewegung sowie Aufgaben, die seitens des Schularztwesens wahrgenommen werden und bedienen damit:

 

 

 

 

 

 

 

Schularztwesen in Österreich

In Österreich stehen den Schulen über 2000 Schulärztinnen und Schulärzte zur Verfügung. Sie führen schulärztliche Untersuchungen durch und beraten die Schulcommunity in gesundheitlichen Fragen der Schüler/innen, soweit sie den Unterricht und den Schulbesuch betreffen. Die Schulleitung kann darüber hinaus in bestimmten Fällen schulärztliche Gutachten einholen. Die konkreten Aufgaben und die Zeit der Anwesenheit in der Schule werden einerseits vom Gesetz, andererseits vom Schulerhalter festgelegt.

Schulische Gesundheitsförderung ist den Schulärztinnen und Schulärzten ein besonderes Anliegen. Durch ihre zahlreichen Kontakte mit Schüler/innen und Lehrer/innen haben sie einen breiten Einblick in die gesundheitlichen Verhältnisse und Bedürfnisse des Schulstandortes. Sie stellen ihr Know-how gerne bei allen Fragen des Gesundheitsmanagements zur Verfügung.

In Kooperation mit dem Schulpsychologischen Dienst unterstützen sie die Schule als Schnittstelle zu externen Institutionen, wenn Schüler/innen und deren Eltern spezielle Hilfe benötigen.

Die wesentlichen Rechtsgrundlagen im Schularztwesen bilden (siehe Anhang):

  • Schulunterrichtsgesetz § 66  „Schulgesundheitspflege“
  • Pflichtschulerhaltungs-Grundsatzgesetz § 10; das Gesetz wird durch Ausführungsgesetze der Bundesländer ergänzt
  • Suchtmittelgesetz § 13

Insbesondere für Schulärztinnen und Schulärzte steht die Schularzthomepage des Schulärztlichen Dienstes des BMB www.schularzt.at mit Informationen zur Verfügung.

Link(s), Dokumente etc.:
www.schularzt.at

 

Bewegung und Sport, Schulsportbewerbe

„Bewegung und Sport“ ist als fixer Bestandteil des Unterrichtswesens ein bedeutender Pfeiler der gesunden Schule. Das Unterrichtsfach „Bewegung und Sport“ (www.bewegung.ac.at) hat dabei einen wichtigen Dreifachauftrag zu erfüllen: Auf der einen Seite ist Sport und seine Ausprägungsformen als Wert zu vermitteln, zum anderen gilt es die physische Gesundheit der Schülerinnen und Schüler zu erhalten und zu verbessern und letztlich trägt Bewegung und Sport einen wesentlichen Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung bei. Diese Bereiche sind jedoch nicht voneinander getrennt zu betrachten, sondern es gilt fachspezifische Kompetenzen in den Rahmen der Entwicklung allgemeinbildender Kompetenzen, wie Selbstbestimmungs-, Mitbestimmungs- und Solidaritätsfähigkeit einzubinden und zu fördern (vgl. Krick 2008, S.24 in Amesberger/Stadler et al 2011).

Schulsportbewerbe (http://schulsportinfo.at) sollen den Unterricht ergänzen und aus dem Unterrichtsgeschehen und der sportlichen Kooperation der Schulen mit den Vereinen erwachsen. Neben dem Leistungsvergleich stellen Schulsportbewerbe ein Angebot an jene Schülerinnen und Schüler, die bisher nicht den Weg zu einem Verein gefunden haben, um sie für den Sport zu motivieren. Die Teilnahme von Lehrerinnen und Lehrern sowie Schülerinnen und Schülern erfolgt freiwillig. Pro Jahr werden in Bezirks-, Landes- und Bundesmeisterschaften mehr als 200.000 Schülerinnen und Schüler in ca. 25 Sportdisziplinen bewegt.

Ziel: Bewegung und Sport in der Schule soll mit Kindern und Jugendlichen an folgenden nicht nur Wissen und Können verpflichteten Zielsetzungen arbeiten:

  • zu lebenslangem Sporttreiben motivieren,
  • das Gesundheitsbewusstsein und die Fitness fördern,
  • zu einem positiven Selbstbild der Schülerinnen und Schüler beitragen,
  • soziales Lernen fördern

Kernelemente:
Durch die fixe Verankerung in den Lehrplänen der österreichischen Schulen wird gewährleistet, dass Schülerinnen und Schüler verpflichtend regelmäßig Bewegung machen. Die von vielen Expertinnen und Experten  u.a. die österreichischen Empfehlungen für gesundheitswirksame Bewegung des BMG (www.bmg.gv.at)  geforderte Bewegungs- und Sportstunde im Regelunterricht konnte noch nicht realisiert werden, stellt jedoch eine Vision dar. Da der Bewegungs- und Sportunterricht nur einen Gegenstand im Fächerkanon der unterschiedlichen Ausbildungsschwerpunkte darstellt, setzen viele Schulen verstärkt auf eine regelmäßige Bewegungszeit (3-7 min) im Regelunterricht (u.a. www.die4besten5er.at). Damit sollen SchülerInnen und Schüler in ihrem allgemeinen Lernen mit jenen Bewegungsimpulsen versorgt werden, die von der jüngeren Gehirnforschung als ein Aspekt eines sinnvollen Lernsettings eingefordert werden.

Bezug zur Gesundheitsförderung und den österreichischen Rahmengesundheitszielen:
Die Verankerung von Bewegung und Sport sowie die Schulsportbewerbe unterstützen folgende Teilziel der Rahmengesundheitsziele für Österreich (http://www.gesundheitsziele-oesterreich.at):

  • Ziel 3: Die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung stärken
  • Ziel 6: Gesundes Aufwachsen für alle Kinder und Jugendlichen bestmöglich gestalten und unterstützen
  • Ziel 8: Gesunde und sichere Bewegung im Alltag durch die entsprechende Gestaltung der Lebenswelten fördern

Zusätzlich unterstützt diese Maßnahme das Themenfeld 3 (Gesunde Entwicklung) der Kindergesundheitsstrategie (www.bmgf.gv.at)

 

Volksschulinitiative Gesund und Munter

Gesund und Munter (www.gesundundmunter.at) erläutert “Bewegungsstandards für die Grundstufe II” als Ergänzung zum Lehrplan der Volksschule. Diese Bewegungsstandards wurden aufgrund alarmierender Meldungen über den Gesundheitszustand von Kindern vom BMUKK ins Leben gerufen.

Ziel: Gestaltung einer vielfältigen Bewegungswelt der 6 – 10 jährigen Schülerinnen und Schüler, um die Erziehung durch Bewegung und Erziehung zur Bewegung zu unterstützen.

Kernelemente:

  • Ein “Bewegungstagebuch” für die Schülerinnen und Schüler, das in der 3. und 4. Klasse eingesetzt werden kann; die vorgestellten Bereiche entsprechen den erwarteten Bewegungsstandards.
  • Ein “LehrerInnen-Handbuch” mit Hintergrundinformationen zum Bewegungstagebuch bzw. mit Hinweisen zu Theorie und Praxis der vorgesehenen Bewegungsstandards.
  • Eine DVD mit Beispielen zu den motorischen Grundlagen und zu den Bewegungsstandards.
  • Die Webseite (www.gesundundmunter.at) im Internet mit der Möglichkeit, alle Materialien einzusehen und auf den PC zu laden.

Bezug zur Gesundheitsförderung und zu den österreichischen Rahmengesundheitszielen:
Diese Initiative in der Volksschule unterstützt folgende Teilziele der Rahmengesundheitsziele für Österreich (www.gesundheitsziele-oesterreich.at):

  • Ziel 3 (Gesundheitskompetenz der Bevölkerung stärken)
  • Ziel 8 (Gesund und sichere Bewegung im Alltag durch entsprechende Gestaltung der Lebenswelten fördern

Zusätzlich unterstützt diese Maßnahme das Themenfeld 3 (Gesunde Entwicklung) der Kindergesundheitsstrategie (www.bmgf.gv.at)


Initiative Klug und Fit

Um Sport möglichst in jedem Lebensalter sinnvoll betreiben zu können, braucht es dem Lebensalter entsprechende Voraussetzungen bzw. motorische Fähigkeiten. Wer diese Grundlagen nicht ausreichend zur Verfügung hat, wird manche Sportarten ausüben, dabei aber weniger Freude erleben. Klug und Fit stellt eine Plattform dar, auf der jede interessierte Jugendliche/ jeder interessierte Jugendliche Aspekte seiner sportlichen Leistungsfähigkeit überprüfen lassen kann.

Ziel: Klug & Fit möchte
eine Serviceeinrichtung für Lehrerinnen und Lehrer, Schülerinnen und Schüler und Eltern sein,
den Einzelnen über seine Fitness informieren,
den Lehrerinnen und Lehrern eine Unterstützung für Ihre Unterrichtsarbeit bieten und
ein österreichweites Fitnessprofil für Jugendliche zwischen 11 bis 19 Jahre erstellen.

Kernelemente:
Die zentrale Informationsstelle über die auch die sportmotorischen Tests heruntergeladen werden können, stellt die Homepage www.klugundfit.at dar.

  • mittels sportmotorischer Tests werden Informationen über den Fitnesszustand der Schülerinnen und Schüler erhoben und ausgewertet.
  • Um die festgestellten Leistungsdefizite gezielt verbessern zu können, erhalten die Lehrerinnen und Lehrer nach der Online Auswertung für jede Schülerin bzw. jeden Schüler ein Auswerteblatt und eine Übersicht über die gesamte Klasse.
  • Entsprechend den festgestellten Defiziten können Übungsvorschläge von der Klug & Fit Homepage herunter geladen werden. Darüber hinaus haben die Schülerinnen und Schüler jederzeit die Möglichkeit ihre personbezogen erhobenen Testdaten auszuwerten.

Bezug zur Gesundheitsförderung und den österreichischen Rahmengesundheitszielen:
Die motorische Leistungsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler repräsentiert in hohem Maße den gesundheitlichen Zustand einer Bevölkerungsgruppe. Das Leistungsvermögen des Herz-Kreislauf-Systems, die Funktionalität der Wirbelsäule oder die Qualität von Ausweichbewegungen, die in unvermuteten Situationen Unfälle vermeiden oder deren Folgen verringern können, sind vorwiegend durch das Ausprägungsniveau der motorischen Fähigkeiten Ausdauer, Kraft, Gewandtheit oder Gelenkigkeit determiniert.
Die Optimierung der motorischen Leistungsfähigkeit unserer Schülerinnen und Schüler sollte daher eines der wesentlichen Ziele bei der Gestaltung des Unterrichts im Fach „Sport und Bewegung“ sein. Die Aktion „Klug & Fit“ kann dazu einen wesentlichen Beitrag leisten.
Im Rahmen von „Klug & Fit“ können Lehrerinnen und Lehrer, Schülerinnen und Schüler, Ärztinnen und Ärzte, und Eltern in idealer Weise zusammenarbeiten und mit geringem zeitlichem Aufwand die Gesundheit unserer Jugend positiv beeinflussen.

Diese Initiative unterstützt folgendes Teilziel der Rahmengesundheitsziele für Österreich (www.gesundheitsziele-oesterreich.at):

  • Ziel 8: Gesunde und sichere Bewegung im Alltag durch die entsprechende Gestaltung der Lebenswelten fördern

Zusätzlich unterstützt diese Maßnahme das Themenfeld 3 (Gesunde Entwicklung) der Kindergesundheitsstrategie (www.bmgf.gv.at)

 

Zusammenarbeit von Schule und Sport bei Angeboten von Bewegung, Spiel und Sport in österreichischen Schulen

Die Österreichische Bundesregierung erachtet Sport als bedeutende Querschnittsmaterie der Gesellschaft. Das Regierungsprogramm betont die Bedeutung der Einbeziehung des organisierten Sports in den Schulalltag. Vor allem im Bereich der Ganztagsbetreuung und für die Realisierung einer „täglichen Bewegungseinheit“ können Kooperationen mit dem organisierten Sport einen wesentlichen Beitrag leisten. Darüber hinaus soll eine Bewegungsoffensive im Volksschulalter zur Bekämpfung festgestellter nachteiliger Entwicklungen der körperlichen Fähigkeiten und im Gesundheitszustand unserer Kinder in den letzten Jahren unter Nutzung der Kooperationsmöglichkeiten von Verein und Schule weitergeführt werden. Dazu wurde eine Rahmenvereinbarung zwischen dem ehemaligen Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur, nun Bundesministerium für Bildung, dem Bundesministerium für Landesverteidigung und Sport und der Österreichischen Bundes-Sportorganisation geschlossen (www.bewegung.ac.at).

Ziele die mit der Rahmenvereinbarung verfolgt werden:

  • außerunterrichtliche Angebote zu Bewegung, Spiel und Sport für alle Schülerinnen und Schüler (vor allem als vielseitige, sportartübergreifende und ab der Sekundarstufe auch als sportartspezifische Grundausbildung) in möglichst hoher Zahl sicherstellen.
  • bei Kindern und Jugendlichen über den Bewegungs- und Sportunterricht hinaus Interesse für den Sport als sinnvolle Freizeitbeschäftigung wecken und eine lebensbegleitende sportliche Betätigung fördern.

Kernelemente der Kooperationsvereinbarung sind:

  • Schulen und Sportvereine haben eigenständige Ziele und Aufgaben. Sie arbeiten unter unterschiedlichen Bedingungen, stehen jedoch bei den gemeinsamen Aufgaben, Schülerinnen und Schüler für ein lebenslanges Sporttreiben zu motivieren und der Entwicklung des Sports positive Impulse zu geben, in enger Beziehung zueinander.
  • Schulen sind bestrebt über den verpflichtenden Bewegungsunterricht hinaus, Bewegung und Sport noch stärker als bisher im Lebensraum Schule zu verankern und vielfältige, den Grundsätzen der Nachhaltigkeit und Qualität verpflichtete Bewegungsmöglichkeiten anzubieten, auch unter Hinzuziehung von entsprechenden Partnern.

Bezug zur Gesundheitsförderung und den Rahmengesundheitszielen:
In Schulen können alle Kinder und Jugendlichen mit Bewegung und Sport in Kontakt kommen, umfassend Bewegungserfahrungen sammeln und die Basis für eine dauerhafte Integration von Bewegung in ihr Leben legen. Dem verpflichtenden Bewegungs- und Sportunterricht kommt dabei qualitativ wie quantitativ eine besondere Bedeutung zu. Außerunterrichtliche Sportangebote im schulischen Umfeld bieten den
Schülerinnen und Schülern über den Unterricht hinaus die Möglichkeit zu regelmäßiger sportlicher Betätigung und regen zu einer sinnvollen Gestaltung der Freizeit an. Zugleich hat die regelmäßige sportliche Betätigung positive gesundheitliche Auswirkungen und kann zu einer gesundheitsbewussten Lebensweise beitragen.

Diese Initiative unterstützt folgende Teilziele der Rahmengesundheitsziele für Österreich (www.gesundheitsziele-oesterreich.at):

  • Ziel 3: Die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung stärken
  • Ziel 6: Gesundes Aufwachsen für alle Kinder und Jugendlichen bestmöglich gestalten und unterstützen
  • Ziel 9: Psychosoziale Gesundheit bei allen Bevölkerungsgruppen fördern

Zusätzlich unterstützt diese Maßnahme das Themenfeld 1 (Gesellschaftlicher Rahmen) und Themenfeld 3 (Gesunde Entwicklung) der Kindergesundheitsstrategie (www.bmgf.gv.at)