Psychische Gesundheit

Maßnahmen im Bereich der psychischen Gesundheitsförderung  zielen neben der der Förderung eines gesellschaftlich intakten Umfeldes (soziales Miteinander, Schulklima) auch auf die Entwicklung der individuellen Gesundheitskompetenz unter Berücksichtigung unterschiedlicher Voraussetzungen. Damit werden bedient:

Psychologische Gesundheitsförderung

Wichtige Themen und Herausforderungen der psychologischen Gesundheitsförderung sind

Gewaltprävention: Aktueller Schwerpunkt ist die Initiative „Weiße Feder“: Gemeinsam für Fairness und gegen Gewalt” .Die „Weiße Feder“: Das Zeichen gegen Jugendgewalt.

Kinder und Jugendliche haben ein Recht auf ein sicheres und gewaltfreies Leben.
Die “Weiße Feder” ist ein Zeichen der Solidarität und ein Zeichen, dass Gewalt an und von jungen Menschen keinen Platz in unserer Gesellschaft hat.

Suchtprävention: Der Zusammenhang von Schule und Suchtverhalten ist durch zahlreiche Studien belegt. Bedeutende Faktoren, die Einfluss auf das Gesundheitsverhalten und für die Entwicklung von Tabakrauchen von Schülerinnen und Schülerin sind Lehrer/innenunterstützung, Schulerfolg und Schulzufriedenheit.

Sexualerziehung: Die Auseinandersetzung mit dem Thema Sexualität, Liebe und Verantwortung im Sinne der psychologischen Gesundheitsförderung kann nur gelingen, wenn der Aspekt der Beziehungs- und Kommunikationsfähigkeit sowie die Stärkung der Eigenkompetenz und Eigenverantwortung von Mädchen und Jungen im Vordergrund stehen.

Links:
www.weissefeder.at
www.schulpsychologie.at/psychologische-gesundheitsfoerderung

Individualisierung 25plus

Individualisierung, der professionelle Umgang mit Heterogenität – im Sinne des gesamthaften Eingehens auf Persönlichkeit und Lernvoraussetzungen der Schülerinnen und Schüler – trägt wesentlich dazu bei, dass sich Schüler/innen und Lehrer/innen in der Schule wohlfühlen; durch gegenseitige Wertschätzung entsteht ein gesundes Lehr- und Lernklima. Eine besondere Rolle für die Stärkung der Persönlichkeit – und damit der psychischen und physischen Gesundheit – von Schüler/innen spielt dabei die anzustrebende Stärken- und Potenzialorientierung, die langsam im Begriffe ist, die immer noch weit verbreitete Defizit- und Fehlerkultur abzulösen. Die Initiative „25plus – individuell lernen und lehren“ unterstützt die Schul- und Unterrichtsqualität durch vielfältige Angebote (u. a. Informationen, Materialien, Fortbildungsangebote im Train-the-trainer-Bereich).

Link: www.bmb.gv.at/schulen/pwi/25plus/index.html

Migration und Schule

Der professionelle Umgang mit sprachlicher und kultureller Vielfalt kann wesentlich dazu beitragen, dass sich Schüler/innen und Lehrer/innen, darüber hinaus aber auch Eltern im schulischen Umfeld wohlfühlen, und die nötige gegenseitige Wertschätzung für ein gesundes Lehr- und Lernklima entstehen kann. Die Berücksichtigung der speziellen Herausforderungen, die die Schule für Kinder und Jugendliche mit anderen Erstsprachen darstellt, stellt die Basis für einen Paradigmenwechsel von der Defizit- zur Potenzialorientierung und damit Stärkung der Persönlichkeit von Schüler/innen dar. Das Referat für Migration und Schule unterstützt die Schul- und Unterrichtsqualität durch vielfältige Angebote (Informationen, Unterrichtsmaterialien, Fortbildungsveranstaltungen) für Lehrer/innen und Schulleiterinnen, die Schulaktion “Interkulturalität und Mehrsprachigkeit” oder auch Informationen für Eltern in mehreren Sprachen.

Links:
www.bmb.gv.at/schulen/unterricht/ba/andere_erstsprachen.html

Sonderpädagogik – Inklusion

Der schulische Lebensraum kann und soll dazu beitragen, dass sich ALLE Schülerinnen und Schüler wohlfühlen – egal ob sie ein Handycap oder eine Behinderung haben oder auch nicht behindert beziehungsweise hochbegabt sind. Die Veränderung der Lernkulturen bewirkt, dass viel besser auf die individuellen Bedürfnisse eingegangen werden kann. Die gegenseitige Wertschätzung und Respektierung der einzelnen Bedürfnisse ist die Grundvoraussetzung damit sich Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer und Eltern im schulischen Prozess wohlfühlen. Durch die Gestaltung eines gesunden Lehr- und Lernklimas wird es möglich, bei den Stärken der Schülerinnen und Schüler anzusetzen und nicht bei den Schwächen. Das Referat für„Sonderpädagogik und Inklusion“ stellt den Lehrerinnen und Lehrern für diese große Herausforderung Materialien und Broschüren zur Verfügung und organisiert darüber hinaus bundesweite Veranstaltungen, die für Lehrer/innen und Lehrer aller Schularten attraktiv und informativ ist.

Link: www.cisonline.at

Begabungsförderung

Die Förderung der Begabungspotenziale der jungen Menschen, und zwar nicht nur der kognitiven, sondern auch der sozial-emotionalen, künstlerischen und handwerklichen Potenziale, zählt zu den wichtigsten Maßnahmen zur Sicherung des gesellschaftlichen Wohles. Begabungsentfaltung wird als ein Zusammenwirken von Persönlichkeits- und Umweltfaktoren verstanden. Begabungsförderung muss daher die vielfältigen Einflussfaktoren (z.B. Persönlichkeitsmerkmale, kulturelle Hintergründe, Lernumfeld usw.) mitberücksichtigen, um Kinder und Jugendliche ganzheitlich zu fördern. Wichtige Anliegen in der Begabungs- und Begabtenförderung sind die Achtung der Individualität jeder Person, die Erziehung zu selbsttätigem und selbstverantwortlichem Lernen sowie ein Rollenverständnis der Lehrpersonen als Begleiter und Unterstützer von Lernen und Forschen und weniger als Vermittler von vorgefertigtem Wissen.

Der inklusive Ansatz in der Begabtenförderung vereint integrative und separative Maßnahmen und lässt allen Schülerinnen und Schülern durch flexible Gruppierung ein Höchstmaß an individuell angepasster Förderung zuteil werden. Inklusion bedeutet ein Miteinander von Verschiedenem sowohl auf der personalen als auch auf der methodisch-organisatorischen Ebene. Differenzierung und Individualisierung werden zur Selbstverständlichkeit.

Link: www.oezbf.net

ÖZEPS – Österreichisches Zentrum für Persönlichkeitsbildung und soziales Lernen

Das ÖZEPS ist eine Initiative des BMUKK. Der Auftrag lautet, österreichweit in allen Bildungseinrichtungen Selbst- und Sozialkompetenz zu fördern, Persönlichkeitsbildung zu thematisieren und ein größeres Bewusstsein für die notwendige Implementierung im System Schule zu schaffen.

Das ÖZEPS

  • arbeitet dafür, dass Kinder und Jugendliche eine Schule vorfinden, in der sie gern viel lernen, Ich-Stärke entwickeln und sozial kompetent werden.
  • steht für einen wertschätzenden, partnerschaftlichen und persönlichkeitsfördernden Umgang aller Beteiligten im System Schule.
  • richtet seinen Fokus auf Unterrichtsentwicklung, Personalentwicklung und Organisationsentwicklung.
  • ist Zentrum und Drehscheibe für Multiplikator/innen im Bereich soziales Lernen und Persönlichkeitsbildung. Das ÖZEPS vertritt eine theoriegeleitete Praxis und bildet eine Brücke zwischen Wissenschaft und schulischer Realität.
  • vertieft den Kontakt zwischen den Schulpartnern und zur außerschulischen Umwelt.

Tätigkeitsfelder:

  • Netzwerke an allen Pädagogischen Hochschulen
  • Vernetzung im BMUKK
  • Kontakt mit allen Schulpartner/innen und der Schulaufsicht
  • Aufbereitung und Herausgabe von Basisinformationen (Handreichungen für Studierende und Lehrkräfte)
  • Stärkung und Ausbau eines Trainer/innennetzwerks
  • Konzeptionen und Impulssetzungen im Bereich des personalen, sozialen und Peer-Lernens

Bezug zur Gesundheitsförderung:
Die Förderung der psychosozialen Gesundheit steht in engem Zusammenhang mit der Stärkung der eigenen Persönlichkeit der Lehrenden und der Schüler/innen, der Reflexionsfähigkeit und daher mit dem sozialen Lernen in unterschiedlichen Bezügen. Gute Beziehungen zwischen Lehrer/innen und Schüler/innen fördern ein gutes Schulklima und sind Voraussetzung für Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit.

Link: www.oezeps.at

Peer-Learning, Peer-Mediation

Es ist wissenschaftlich belegt, dass Schüler/innen durch Peer-Learning, z.B. Peer-Mentoring oder Peer-Mediation, soziale Kompetenzen erwerben. Eine kreative Form der konstruktiven Konfliktbewältigungist Peer-Mediation. Dabei werden Schüler/innen zu Peer-Mediatorinnen/Mediatoren ausgebildet, die bei Konflikten zwischen Gleichaltrigen vermitteln.

An den Pädagogischen Hochschulen mehrerer Bundesländern werden laufend Ausbildungskurse für Lehrer/innen als Peer-Coaches angeboten. Diese Lehrgänge befähigen zur Implementierung, Ausbildung und Begleitung von Peer-Mediator/innen an den Schulen. Die Ansprechpartner/innen für Peer-Mediation an den PHs vermitteln auch SCHILF-Veranstaltungen zum Thema.

Peer-Learning/Peer-Mediation ist Teil der Strategie zur Gewaltprävention „Weiße Feder“ des BMUKK.

Bezug zur Gesundheitsförderung: s. ÖZEPS/soziales Lernen.

Die Verankerung von Peer-Mediation an den Schulstandorten erweitert das Spektrum der Konfliktlösungsmöglichkeiten an den Schulen und bietet für alle Beteiligten die Chance, eine neue Konflikt- und Kommunikationskultur zu entwickeln.

Links:
www.bmb.gv.at/schulen/unterricht/ba/peer-mediation.html
www.gemeinsam-gegen-gewalt.at

Supervision, Coaching für Lehrer/innen

Supervision und Coaching sind berufsbegleitende Methoden, die Erfahrungen und Probleme des Schulalltags mit eine/m/r professionellen Berater/in zu reflektieren. In der Reflexion des eigenen Handelns können die Supervisandinnen und Supervisanden die Qualität der pädagogischen Arbeit erhöhen.

In allen Pädagogischen Hochschulen werden – in unterschiedlicher Form wie Gruppensupervision, Teamsupervision, projektbegleitend – Supervisionen, aber auch Coachings für Lehrende sowie teilweise auch für Studierende, Unterrichtspraktikant/innen, Leiter/innen und administrative Führungskräfte angeboten. Weiters gibt es Ausbildungslehrgänge für Lehrer/innen zu Supervisor/innen und Coaches.

Bezug zur Gesundheitsförderung:
Supervision wie auch Coaching können

  • die Kommunikations- und Konfliktfähigkeit stärken
  • Potenziale und Ressourcen neu beleben
  • neue professionelle Sichtweisen eröffnen
  • die Arbeitszufriedenheit des einzelnen Lehrers/der einzelnen Lehrerin steigern
  • persönliche Entlastungen ermöglichen

und damit einen wesentlichen Beitrag zu einem guten Schulklima leisten.

Gender Kompetenz und Geschlechtergerechtigkeit

Die Selbstkonzepte von Kindern und Jugendlichen sind vielfach geprägt von geschlechtsspezifischen Rollennormen und Zuschreibungen, einerseits vermittelt über die Peergruppe, über direkte Bezugspersonen und v.a. auch vermittelt über das soziale Umfeld (z.B. Werbung, wahrgenommene Arbeitsteilungen u.a.). Insbesondere in der Pubertät, einer Zeit großer Verunsicherung im Kontext von (hetero)sexuellen Bedürfnissen und Rollendynamiken  führen derartige Erwartungshaltungen und Rollennormen oft zu eingeengten Handlungsspielräumen sowohl bei Mädchen als auch bei Burschen. Rigide Schönheitsideale führen oft zu vermindertem Selbstbewusstsein bei Mädchen und jungen Frauen, im Extremfall zu Essstörungen und gesundheitsschädigendem Verhalten. Rigide Männlichkeitsbilder (z.B. „Coolsein“) führen oftmals zu riskantem, die eigene Gesundheit gefährdendem Verhalten (z.B. im Straßenverkehr, Alkoholkonsum) und zur Abwertung von Gefühlen wie Schwäche und Bedürftigsein. Insofern können rigide Geschlechterrollen das „körperliche, seelische und soziale Wohlbefinden“ der Individuen (im Sinne der WHO-Definition von Gesundheit) geschlechtsdifferent beeinträchtigen. Die Tradierung geschlechtsspezifischer Rollenstereotypen wirkt sich aber auch durch die Fortschreibung ungerechter geschlechtsspezifischer Arbeitsteilungen in der Gesellschaft (führt z.B. zu fehlenden männlichen Bezugspersonen im pädagogisch-erzieherischen Feld) letztlich negativ auf die gesamte Gesellschaft aus. Insofern stellt die „Gender-Kompetenz“ von Multiplikator/innen (beinhaltet Reflexions- und Handlungskompetenz) im pädagogischen Feld eine zentrale Basis dar, um die Potentiale der Individuen und die Potentiale einer Gesellschaft in Richtung von mehr Chancengerechtigkeit und sozialem Wohlbefinden für alle zu fördern

Bezug zur Gesundheitsförderung:
Ein Bildungssystem, welches die Potentiale von Mädchen und Buben / Frauen und Männern möglichst breit und unabhängig von geschlechtsspezifischen Rollenstereotypen fördert, begünstigt das „körperliche, seelische und soziale Wohlbefinden“ (im Sinne der WHO-Definition von „Gesundheit“) der Individuen und der gesamten Gesellschaft

Links:
www.bmb.gv.at/schulen/unterricht/ba/gs/index.html