Suchtprävention

Suchtprävention in Österreich

Suchtprävention ist ein wichtiges gesundheitspolitisches Anliegen. Der Begriff „Suchtprävention“ schließt den schädlichen Gebrauch von psychoaktiven Substanzen sowie die Vorbeugung vor der Entwicklung von Verhaltenssüchten mit ein. Im Sinne des State of the Art moderner Prävention bezieht sich daher die Österreichische Suchtpräventionsstrategie sowohl auf stoffgebundene als auch nicht stoffgebundene Verhaltensweisen und Abhängigkeiten. Als Anschauungsmodell für die Vielschichtigkeit der Thematik dient der auf dem in der Schweiz entwickelten Suchtwürfel aufbauende, und diesen weiterentwickelnde „erweiterte Suchtwürfel“:

erweiterter Suchtwürfel

Wie in der Gesundheitspolitik insgesamt kann auch Suchtpolitik nur durch gebündelte Anstrengungen in allen Politikfeldern nachhaltig erfolgreich sein. Die Suchtpräventionsstrategie, die auf einer vorbereitenden Delphi-Studie basiert, soll daher an der Schnittstelle zwischen wissenschaftlichem Erkenntnisstand in den einschlägigen Disziplinen, medizinischer und psychosozialer Praxis sowie allen maßgeblichen Politik- und Verwaltungsbereichen die Richtschnur für die Akteurinnen und Akteure vorgeben. Sie definiert ein gemeinsames gesellschaftliches Grundverständnis zum Thema Sucht, und formuliert Ziele und einem Orientierungsrahmen für die Entwicklung und Umsetzung von Maßnahmen auf den verschiedenen Ebenen in den verschiedenen Politikbereichen. Suchtprävention – als eines von insgesamt drei in der Strategie definierten Interventionsfeldern – orientiert sich grundsätzlich am partizipativ-emanzipatorischen Menschenbild der WHO Ottawa Charta von 1986, befürwortet aber auch Überzeugungsarbeit und positive Maßnahmen, um die Zielgruppe in Richtung gesunder Lebensgestaltung zu lenken. Dabei steht die Zielgruppe junger Menschen ganz besonders im Mittelpunkt der Suchtprävention. Diese ist Aufgabe von gut ausgebildeten und kompetenten Präventionsfachleuten (direkter Ansatz) bzw. von Schlüsselpersonen (z.B. Lehrkräfte), die Prävention unter Anleitung durch professionelle Präventionsfachleute in ihrem jeweiligen Arbeitsfeld (z.B. Schule) umsetzen. Einem am Menschen orientierten, zeitgemäßen Verständnis entsprechend ist neben der Suchtprävention die Suchthilfe (Schadensminimierung, Therapie sowie gesellschaftliche Inklusion) ein wichtiges Interventionsfeld, beide werden durch das Interventionsfeld Sicherheit ergänzt.

Die Um­setzung von suchtpräventiven Maßnahmen liegt auf lokaler bzw. regionaler Ebene, unter Berücksichtigung jeweiligen orts- bzw. bereichsspezifischer Bedingungen. Mit dem Ziel nachhaltiger Suchtpräventionsstrukturen wurde in jedem Bundesland  eine Fachstelle für Suchtprävention eingerichtet.  Es handelt sich um auf Suchtprävention spezialisierte Kompetenzzentren, die vor allem mit der Initiierung, Entwicklung, Beratung und Begleitung von Präventionsprojekten befasst und miteinander eng vernetzt sind, und die im Sinne einer professionellen Suchtprävention mit den lokalen Partnern (z.B. mit den Schulen) zusammenarbeiten. Sie bieten Ausbildung für MultiplikatorInnen und spezifisches Training für unterschiedlichste Berufsgruppen (z.B. für Lehrpersonen) an. Ziel ist es, ein bundesweit professionelles, an der Wissenschaft und Erfahrung orientiertes Vorgehen in der Suchtprävention sicherzustellen.

Je nach dem Zeitpunkt des Einsetzens der Präventionsmaßnahmen und ihrer Zielrichtung werden verschiedene Arten der Prävention unterschieden. Maßnahmen der Primärprävention bzw. universellen Prävention zielen auf die Förderung der persönlichen Ressourcen von Einzelnen (Lebenskompetenzen), aber auch auf gesundheitsfördernde und suchtpräventive Strukturen in Systemen (wie z.B. die Schule). Zielgruppen sind insbesondere junge Menschen in den verschiedenen „Settings“ (Kindergarten, Schule, Arbeitswelt, Familie etc.). Maßnahmen der Sekundärprävention bzw. selektive präventive Interventionen wenden sich an Risikogruppen (z.B. bei Jugendlichen, die Substanzen konsumieren und gefährdet erscheinen, ein gesundheitsschädliches Konsumverhalten bzw. eine Sucht zu entwickeln, oder Kinder aus suchtbelasteten Familien). Weitere Informationen zu Suchtprävention und zu den Fachstellen finden sich unter > www.help.gv.at

In Österreich zählt die schulische Suchtprävention zu den Aufgaben des BMBF, das, ebenso wie das BMG, mit den Fachstellen kooperiert. Das BMG hat die Entwicklung eines Leitbildes der Fachstellen für Suchtprävention gefördert – siehe > Professionelle Suchtprävention in Österreich: Leitbildentwicklung der Österreichischen Fachstellen für Suchtprävention – und trägt mit der jährlichen Förderung der Fachstellen und ihrer Fachtagungen zur Vernetzung, Professionalisierung und Qualitätssicherung in der Suchtprävention und zu deren Weiterentwicklung bei.

Das in der Gesundheit Österreich GmbH, Geschäftsbereich Österreichischen Bundesinstitut für Gesundheitswesen (ÖBIG) etablierte Kompetenzzentrum Sucht vereint Expertise in den Bereichen Alkohol, Tabak und illegale Drogen unter einem Dach, und ist die österreichische Verbindung (Focal Point) zur Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EBDD). Zwei vom ÖBIG bereits vor längerem im Auftrag des Jugendministeriums zur den Problemlagen und Präventionserfordernissen bei Jugendlichen durchgeführte Analyse brachten interessante Ergebnisse: Jugendliche sollen in erster Linie als Heranwachsende mit einem Bündel an unterschiedlichsten lebensalterspezifischen wie individuellen Aspekten und Lebensbedingungen (sowie teilweise Problemen) wahrgenommen werden, und nicht isoliert auf einen (allfälligen) Drogenkonsum: > Drogenspezifische Problemlagen und Präventionserfordernisse bei Jugendlichen 2001 und  > Die präventive Rolle der Offenen Jugendarbeit 2009.

Einen Überblick u.a. auch über die Situation und Entwicklungen im Bereich Suchtprävention in Österreich und in der EU bieten jährlich aufgelegte Berichte: der Bericht zur Drogensituation in Österreich und der Europäische Drogenbericht.

Konsumverhalten und Einstellungen zu Konsum von Alkohol, illegalen Drogen und Tabak

Erhebungen unter Jugendlichen sowie in der Gesamtbevölkerung über das Konsumverhalten und über die Einstellungen zu Substanzkonsum können einen Einblick in Zusammenhänge, Problemfelder und Trends in diesem Bereich geben , um auf dieser Grundlage mit Experten und Expertinnen notwendige Maßnahmen diskutieren und erarbeiten zu können. Konsumdaten sind allerdings nur einer von mehreren epidemiologischen Schlüsselindikatoren, die in ihrer Gesamtschau der Einschätzung der Drogensituation dienen.

Über Initiative des BMG nimmt Österreich an der periodisch alle vier Jahre – auf eine Initiative des Europarates zurückgehenden – Europäischen SchülerInnenstudie zu Alkohol und anderen Drogen (European School Surey Project on Alcohol and other Drugs, ESPAD) teil, und das BMG führt auch regelmäßig nationale Repräsentativerhebungen in der Allgemeinbevölkerung zu Substanzgebrauch durch. Die Ergebnisse dieser Studien werden auf der > Website des BMG publiziert. Dort finden sich auch zusammenfassende Fact Sheets zu den Themen illegaler Drogenkonsum in Österreich, Alkoholkonsum in Österreich und Rauchverhalten in Österreich.

Konsum von psychoaktiven Substanzen, problematischer Konsum, Suchtentwicklung

Nicht jeder Konsum psychoaktiver Substanzen und nicht jede Rauscherfahrung führt zu Problemen und einer Suchtentwicklung. Aber wenn im sozialen Umfeld (auch) von Jugendlichen verschiedene Faktoren zusammentreffen, die einen Anreiz zum Konsum von Drogen – bzw. von psychoaktiven Substanzen ganz generell – schaffen, kann dies den Einstig in eine Suchtentwicklung fördern. Für alle, die professionell oder im privaten Bereich mit Jugendlichen zu tun haben ist es wichtig, über das Thema informiert zu sein. Einen Überblick zum Thema „Sucht“ bietet die in Kooperation mit dem BMG gestaltete Website > www.help.gv.at

Drogenpolitik auf EU- und internationaler Ebene

Wegen der globalen und transnationalen Zusammenhänge in der Drogenproblematik gibt es nicht nur auf Ebene der Vereinten Nationen, sondern auch auf EU-Ebene einen Rahmen für Maßnahmen, die unter Berücksichtigung der Grundsätze der Subsidiarität und Verhältnismäßigkeit auf einen zusätzlichen Nutzen zu den nationalen Drogenpolitiken abzielen.

> EU-Drogenstrategie (2013-2020): Sie stellt einen Rahmen bereit, um dem Drogenphänomen innerhalb und außerhalb der EU entgegenzuwirken. Sie ist in zwei Politikbereiche — Reduzierung der Drogennachfrage und Reduzierung des Drogenangebots — und in drei bereichsübergreifende Themen — Koordinierung; internationale Zusammenarbeit; Forschung, Information, Überwachung und Evaluierung — gegliedert. Die Strategie wird durch aufeinander folgende Aktionspläne konkretisiert. Derzeit aktuell ist der
> Drogenaktionsplan der EU (2013-2016): Im Bereich Prävention sollen die Maßnahmen neben der  Verhütung des Drogenkonsums auch gezielt auf die Hinauszögerung des Erstkonsums, sowie auf die Sensibilisierung für die Risiken und Folgen nicht nur des Konsums  illegaler Drogen, sondern insgesamt des Konsums psychoaktiver Substanzen hinwirken, insbesondere auch bei jungen Menschen. Zu den Indikatoren für die Umsetzung zählen u.a. die im Rahmen von nationalen und internationalen Befragungen: Österreichische Repräsentativerhebung zu Substanzkonsum; European School Survey Project on Alcohol and other Drugs (ESPAD). Auch die europäische Kinder- und Jugendgesundheitsstudie  Health Behaviour on schoolaged Children, HBSC beinhaltet Fragen zum Konsum von Alkohol, Tabak und Cannabis.

Vielfältige Informationen zum Thema Drogen, Drogenkonsum und Drogensucht in der EU bietet die Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht, EBDD; European Monitoring Centre for Drugs and Drug Addiction, EMCDDA.

Die rechtliche Grundlage der weltweiten Drogenpolitik bildet eine Reihe von Übereinkommen auf Ebene der Vereinten Nationen – insbesondere die Einzige Suchtgiftkonvention 1961 und das Übereinkommen über psychotrope Stoffe 1971, deren Umsetzung und Einhaltung in den Vertragsstaaten vom International Narcotics Control Board (INCB) überwacht wird. Die von den Mitgliedern der Vereinten Nationen beschlossenen Political Declarations and Plan of Actions on International Cooperation towards an Integrated an Balanced Strategy to Counter the Wolrd Drug Problem, zuletzt aus dem Jahr 2009, zielen auf die Verbesserung der internationalen Zusammenarbeit im Bestreben, dem weltweiten Drogenproblem zu begegnen. Nähere Informationen bietet die Website des United Nations Office on Drugs and Crime (UNODC), das seinen Sitz in Wien hat.

Österreichische Sucht- und Drogenpolitik

Modere Sucht- und Drogenstrategien verlangen eine zwischen Nachfragereduktion (Prävention, Behandlung und Betreuung, Rehabilitation, Risiko- und Schadensminimierung) und Angebotsreduktion (Erschwerung des Zugangs zu Drogen bzw. psychoaktiven Substanzen, Kriminalitätsbekämpfung) ausgewogene und integrierte Vorgehensweise (zur Österreichischen Suchtpräventionsstrategie siehe oben). Da es sich um eine Querschnittmaterie handelt, sind in Österreich mit Sucht- und drogenpolitischen Fragen und Aufgaben unter verschiedenen Blickwinkeln auf Bundesebene verschiedene Ministerien und, wegen der föderalen Struktur, auch die Länder befasst. Für den Bereich der Nachfragereduktion zeichnen auf Bundesebene vor allem die für das Gesundheitswesen (BMG), Unterricht (BMFB) und für die außerschulische Jugendarbeit (BMFJ) zuständigen Bundesministerien, jeweils im Rahmen ihres Wirkungsbereiches, verantwortlich. Die Koordination zwischen allen mit Drogenangelegenheiten befassten Bundesministerien und den Ländern erfolgt in einem dafür eingesetzten Koordinationsgremium unter dem Vorsitz des BMG.

Eine aktuelle graphische Übersicht über die organisatorische Struktur des Drogenbereichs in Österreich findet sich jeweils im jährlichen > Bericht zur Drogensituation, der sich mit den illegalen Drogen befasst, die epidemiologische Situation im jeweils vorangegangenen Jahr darstellt sowie Entwicklungen bei den politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen und bei den Maßnahmen der Nachfragereduktion im Berichtszeitraum darstellt.

Informationen über das österreichische Suchtmittelrecht bietet in der Rubrik Sucht und Recht die Website help.gv.at. Nach dem Suchtmittelgesetz ist jeder vorschriftswidrige Umgang mit den in der Suchtgift- und in der Psychotropenverordnung bezeichneten Substanzen strafbar. Jedoch haben nach dem Prinzip „Therapie statt Strafe“ bei Drogenkonsum bzw. Drogenabhängigkeit Beratung bzw. medizinische, psychologische und soziale Hilfe Vorrang vor der strafrechtlichen Verfolgung. Das Prinzip fußt auf dem Grundgedanken einer strafrechtli­chen Verfolgung von Personen, die gewerbsmäßigen illegalen Suchtmittelhandel betreiben, bei gleichzeitig weitgehendem Verzicht auf Bestrafung von Konsumentinnen und Konsu­menten.

Drogenmissbrauch durch Schüler/innen

Das Suchtmittelgesetz (§ 13 Abs. 1) sieht im Falle des Verdachtes des Suchtmittelmissbrauchs durch einen Schüler oder eine Schülerin primär ein schulinternes Krisenmanagement unter Verantwortung des Schulleiters vor. Die Bestimmung lautet:

„Ist auf Grund bestimmter Tatsachen anzunehmen, dass ein Schüler Suchtgift missbraucht, so hat ihn der Leiter der Schule einer schulärztlichen Untersuchung zuzuführen. Der schulpsychologische Dienst ist erforderlichenfalls beizuziehen. Ergibt die Untersuchung, dass eine gesundheitsbezogene Maßnahme gemäß § 11 Abs. 2 notwendig ist und ist diese nicht sichergestellt, oder wird vom Schüler, den Eltern oder anderen Erziehungsberechtigten die schulärztliche Untersuchung oder die Konsultierung des schulpsychologischen Dienstes verweigert, so hat der Leiter der Schule anstelle einer Strafanzeige davon die Bezirksverwaltungsbehörde als Gesundheitsbehörde zu verständigen. Schulen im Sinne dieser Bestimmungen sind die öffentlichen und privaten Schulen gemäß Schulorganisationsgesetz, BGBl. Nr. 242/1962, die öffentlichen land- und forstwirtschaftlichen Schulen sowie alle anderen Privatschulen.“

Eine Strafanzeige ist somit, auch wenn der Schüler oder die Schülerin die Droge nicht nur selbst konsumiert, sondern sie teilweise auch weitergegeben hat, nicht in Betracht zu ziehen. Vielmehr hat der Schulleiter bei Missbrauchsverdacht zunächst im Rahmen eines schulinternen Krisenmanagements eine schulärztliche Untersuchung in die Wege zu leiten. Voraussetzung dafür ist aber ein auf bestimmte Tatsachen (nicht bloße Vermutungen oder vage Hinweise) gestützter Verdacht. Den Schüler oder die Schülerin trifft die Verpflichtung, sich der schulärztlichen Untersuchung, und auch einer vom Schularzt beigezogenen schulpsychologischen Begutachtung, zu unterziehen. Bestätigt sich der Verdacht, hat der Schulleiter darauf hinzuwirken, dass sich der Schüler oder die Schülerin den gebotenen gesundheitsbezogenen Maßnahmen (§ 11 Abs. 2 SMG) unterzieht. Ist dies der Fall besteht für den Schulleiter weder das Recht noch die Pflicht, Strafanzeige zu erstatten oder die Gesundheitsbehörde zu benachrichtigen.

Nur wenn der Schüler die schulärztliche Untersuchung verweigert oder der Erziehungsberechtigte ihr nicht zustimmt, oder wenn die gesundheitsbezogene Maßnahme vom Schulleiter nicht sichergestellt werden kann, muss er – anstelle einer Strafanzeige – die Bezirksverwaltungsbehörde (Gesundheitsbehörde) verständigen. Die Gesundheitsbehörde hat dann ihrerseits zunächst eine ärztliche Untersuchung und Begutachtung des Schülers oder der Schülerin zu veranlassen und auf die gebotenen gesundheitsbezogenen Maßnahmen hinzuwirken. Nur wenn auch die Gesundheitsbehörde den Schüler öder die Schülerin nicht dazu bewegen kann, sich der gebotenen gesundheitsbezogenen Maßnahme zu unterziehen, hat sie letztlich Strafanzeige zu erstatten (§ 14 SMG).

Das BMFB hat zur genauen Vorgangsweise einen Leitfaden entwickelt. Die Österreichische Ärztekammer bietet einen Diplomkurs für Schulärzte und Schulärztinnen zur Vorgangsweise bei Drogenvorkommnissen an Schulen an.

Neue psychoaktive Substanzen

Welt- und auch europaweit sind in zunehmendem Maß synthetisch bzw. halbsynthetisch hergestellte Stoffe mit psychoaktivem Wirkpotenzial aus unterschiedlichen chemischen Substanzklassen im Umlauf, die nicht der internationalen Suchtmittelkontrolle unterliegen. Sie werden als „neue psychoaktive Substanzen“, oder auch „Research Chemicals“, „Legal Highs“, „Designerdrogen“ etc. bezeichnet. Bei vielen dieser Chemikalien handelt es sich um Abfallprodukte aus der Arzneimittelforschung. Allen Substanzen ist gemein, dass sie vor allem in Labors in Asien zumeist in großem Maßstab produziert werden. Über mögliche Wirkungen, Wechselwirkungen und Gesundheitsrisiken bei ihrem Konsum ist wenig bis gar nichts bekannt. Die unübersehbare Vielfalt neuer psychoaktiver Substanzen stellt die Prävention vor neue und große Herausforderungen. Produktion und Handel können immer wieder auf neue Substanzen auszuweichen und durch chemische Veränderungen neue Substanzen kreieren. In Österreich wurde mit dem Neue-Psychoaktive-Substanzen-Gesetz (NPSG) die Voraussetzung geschaffen, Personen aus Produktion und Handel , die die vielfach jugendliche Neugier am Ausprobieren (u.a. auch) psychoaktiver Wirkungen ausnützen und dabei Gesundheitsrisiken der Konsumierenden in Kauf nehmen, zur Verantwortung zu ziehen und die Substanzen einzuziehen. Die Förderung eines Problembewusstseins betreffend den Konsum von psychoaktiven Substanzen in einem weiten Sinn ist eine wichtige Aufgabe der Prävention und Erziehung.  Informationen zu Konsumrisiken und zu Prävention, Behandlung und zum Umgang mit Research Chemicals finden sich u.a. auf der Website des BMG.