Kindergesundheit

Kindergesundheitsstrategie

Auf dem Weg zu einer gesünderen Gesellschaft spielt Kinder- und Jugendgesundheit eine zentrale Rolle. Denn Kinder können nicht nur am leichtesten gesundes Verhalten lernen – sie profitieren auch am längsten davon. Gesundheit ist das Ergebnis vieler einzelner Entscheidungen. Es muss sich daher das Bewusstsein durchsetzen, dass wir alle an unserer Gesundheit beteiligt sind, jeder Einzelne für sich und  jeder Bereich der Politik in vielen seiner Entscheidungen.
Dieses Umdenken ist Grundlage der Gesundheitsstrategie und spiegelt sich darin. Sie ist ein Ergebnis des Kindergesundheitsdialogs. Für ihr Zustandekommen haben Expertinnen und Experten aus vielen Bereichen von Praxis, Wissenschaft und Verwaltung mit ihrem Wissen und ihrer Erfahrung beigetragen. Gemeinsam ist es gelungen, den komplexen Sachverhalt der Kinder- und Jugendgesundheit darzustellen und dort, wo es Verbesserungspotenzial gibt, Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen.

Die Strategie stellt einen Paradigmenwechsel in Österreich dar: Erstmals wurden die vielfältigen Bedürfnisse und Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen sowie ihrer Familien in einem Gesamtzusammenhang betrachtet.
Denn Kindergesundheit ist mehr als Krankenversorgung. Das Wohlbefinden der Kinder und Jugendlichen hängt davon ab, wie sie wohnen, wo sie spielen, was sie lernen und ob ihre Eltern arm oder reich sind. Nicht zuletzt – und das ist wohl das Wichtigste – hängt es davon ab, wie viel Liebe, Fürsorge und Unterstützung sie bekommen können.

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Childhood Obesity Surveillance Initiative (COSI)

2017 hat Österreich zum ersten Mal an der „Childhood Obesity Surveillance Initiative“ (COSI) der WHO Europa teilgenommen. Das ist eine europaweite Initiative, die in regelmäßigen Abständen  Übergewicht und Adipositas bei Kindern einer bestimmten Altersgruppe erhebt.

An der Studie haben sich 97 von 200 per Zufallstichprobe ausgewählten Volksschulen in allen österreichischen Bundesländen beteiligt. Von den 5.135 registrierten Kindern der dritten Schulstufe konnten die Daten von 2.510 Kindern im Alter von acht bis neun Jahren (davon 1.230 Mädchen) erfasst werden. Alter, Geschlecht, Größe, Körpergewicht, Body Mass Index (BMI), Bauch- und Hüftumfang wurden nach einem standardisierten Untersuchungsprotokoll zwischen Oktober 2016 und Februar 2017, sowie ausgewählte Adipositasprädiktoren in einem strukturierten Interview mit den jeweiligen SchuldirektorInnen und Lehrkräften erhoben.

Während österreichweit etwa 30 Prozent der achtjährigen Buben als übergewichtig, adipös oder morbid adipös eingestuft wurden, konnten bei Mädchen der gleichen Altersgruppe deutliche regionale Unterschiede im Sinne eines Ost-West- bzw. eines Ost-Süd-Gefälles beobachtet werden (ca. 29 Prozent im Osten und ca. 21 Prozent im Westen/Süden).

Der Urbanisierungsgrad des Wohnumfeldes, das Fehlen eines Turnsaales sowie kein Gemüseangebot in der Schule konnten als Prädiktoren für Adipositas identifiziert werden. Kinder, die im halbstädtischen und ländlichen Umfeld leben, haben ein deutlich geringeres Risiko für Adipositas als jene im städtischen Umfeld. So zeigt die Studie, dass städtische Kinder einen höheren BMI als ländliche haben. Zudem kann beobachtet werden, dass die kostenlose Verfügbarkeit von Gemüse im schulischen Umfeld mit einem niedrigeren BMI assoziiert ist.

Link zur Studie (PDF): > Childhood Obesity Surveillance Initiative (COSI)