Bewegung und Gesundheit

Die wachsende gesundheitliche Belastung von Kindern, Jugendlichen sowie LehrerInnen verstärkt den Bedarf an schulbezogenen und zielgruppenspezifischen Präventionskonzepten. In Österreich bringt bei Schuleintritt mittlerweile etwa jedes 5. Kind zu viel Gewicht auf die Waage. 9% aller Sechsjährigen gelten sogar als krankhaft übergewichtig. Nur ein Fünftel der 11- 15- jährigen Schulkinder erfüllt die Bewegungsempfehlungen zur Förderung der Gesundheit.

Durch körperliche Bewegung können jedoch Kinder und Jugendliche nicht nur einen direkten Beitrag zu ihrer Gesundheit leisten, sondern sie entwickeln auch wichtige Kompetenzen für eine gesunde Lebensführung und verbessern ihre Leistungsfähigkeit und ihr soziales Verhalten. Bewegung soll daher allen Kindern altersgerecht ermöglicht werden.

Nach Möglichkeit sollen auch Kinder und Jugendliche mit Beeinträchtigungen gesundheitswirksam körperlich aktiv sein. Bei der Auswahl adäquater Bewegungsformen sollte Hilfe angeboten werden.

Die Österreichischen Empfehlungen für gesundheitswirksame Bewegung geben Antwort auf die Frage, wieviel körperliche Aktivität gesundheitswirksam ist. Sie sind eine Orientierungshilfe, um gesunde Bewegungsgewohnheiten im täglichen Leben umzusetzen.

Durch die Schlüsselrolle und Vorbildfunktion der Erwachsenen lassen sich Kinder gerne zu einem gesunden Lebensstil anleiten, den sie auch für spätere Jahre verinnerlichen. Bildungseinrichtungen – insbesondere mit Ganztagsbetreuung – sind in dieser Hinsicht besonders geeignete Orte für die Realisierung von gesundheitsfördernden Bewegungskonzepten und Bewegungsfreiräumen.

Das Bundesministerium für Gesundheit und Frauen ist bemüht die körperliche Aktivität, Bewegung und Sport als Teil der Prävention und Gesundheitsförderung zu implementieren. Im Nationalen Aktionsplan Bewegung/NAP.b wurden 2013 konkrete Bewegungsziele für einzelne Bevölkerungsgruppen gesetzt und Empfehlungen für die Umsetzung abgegeben. Für die Zielgruppe Kinder und Jugendliche sind Ziele und altersgerechte Maßnahmen für mehr Bewegung in den verschiedenen Lebensbereichen formuliert. Empfohlen wird nach Möglichkeit in gebündelter Art und Weise die Stärkung der

-      Ausdauer,
-      Kraft,
-      Koordination,
-      Beweglichkeit und
-      Entspannung.

„Gesunde und sichere Bewegung im Alltag durch die entsprechende Gestaltung der Lebenswelten fördern“ ist auch ein wichtiges Rahmen-Gesundheitsziel (R-GZ 8). Im Rahmen einer Arbeitsgruppe wurde von Stakeholdern aus unterschiedlichen Politik- und Gesellschaftsbereichen ein gemeinsamer Umsetzungsplan (Wirkungsziele und Maßnahmen) entwickelt. Schulbezogene Bewegungsmöglichkeiten oder-aktivitäten bei Kindern und Jugendlichen sind besonders geeignete Maßnahmen für die Erhaltung/Verbesserung der Gesundheit, Gestaltung der Freizeit, Entfaltung der Persönlichkeit und Förderung der Gemeinschaft. Nähere Informationen dazu finden sie unter Rahmen-Gesundheitsziel 8: Gesunde und sichere Bewegung im Alltag durch die entsprechende Gestaltung der Lebenswelten fördern